Gedächtnistraining Teil 2: Gedächtnistest und Hilfestellung im Alltag

Im zweiten Teil zum Thema Gedächtnistraining haben Sie die Möglichkeit, zu testen, ob Ihr Gedächtnis fit ist und welche Bereiche sinnvollerweise zu trainieren wären. Dazu laden Sie sich bitte die Testfragen herunter, idealerweise drucken Sie sie aus und beantworten die Fragen in Ruhe.

Weiterhin gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie eventuelle Gedächtnisdefizite ausgleichen können, damit Ihr Alltag nicht aus den Fugen gerät.

 

Gedächtnistraining Teil 2 - Der Test

Die Kategorien, die ich in Teil 1 beschrieben habe, werden einzeln abgefragt und auch ausgewertet, damit hinterher gezielt geübt werden kann. Entsprechende Übungen finden Sie in Teil 3.

Selbstverständlich ist der Download der Testbögen kostenlos!

Kategorie 1, "Wahrnehmen oder Aufnehmen"

Bild: Wiedererkennen der Rose
Den Duft einer Rose erkennen Sie sofort wieder, weil Sie ihn zuvor schon einmal gerochen und im Gedächtnis abgespeichert haben.

Wir beginnen mit der Kategorie „Wahrnehmen“. Wir erinnern uns: um sich Informationen merken zu können, müssen wir diese erst einmal „erfahren“, also durch einen unserer 5 Sinne wahrnehmen (eine Neuigkeit hören, eine schöne Blume sehen, den Sonntagsbraten riechen, das weiche Fell eines Hundes fühlen, ein leckeres Vanilleeis schmecken). Um dieses zu prüfen, legen Sie bitte die Hand auf´s Herz und kreuzen Sie die Antworten auf dem Testbogen an. Anschließend lesen Sie die Hinweise. Unter Umständen wäre es auch interessant, wenn eine Ihnen nahestehende Person diesen Fragebogen (auf Sie bezogen) ebenfalls ausfüllen würde und Sie Ihre Ergebnisse am Ende abgleichen und besprechen. Dieses setzt allerdings unbedingt Vertrauen voraus!

Hier können Sie den Testbogen zum Wahrnehmen/ Aufnehmen herunterladen:
Testbogen Wahrnehmung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 21.8 KB

Kategorie 2: "Speichern"

Das Kurzzeitgedächtnis eines gesunden Menschen ist in der Lage, ca. 7-8 Informationen über einen sehr kurzen Zeitraum zu behalten, z.B. eine Telefonnummer. Um dieses zu prüfen, machen Sie bitte die Übung auf dem Testbogen zum Kurzzeitgedächtnis:

Hier können Sie den Testbogen zum Kurzzeitgedächtnis herunterladen:
Testbogen KZG.pdf
Adobe Acrobat Dokument 29.4 KB
Bild: Kettenreaktion
Denken Sie an den Schlüsselbegriff eines Ereignisses, fallen Ihnen wie bei einer Kettenreaktion alle Details ein.

Für das Überprüfen des Speicherns der Informationen müssen wir uns erstmal in Erinnerung rufen, wie das Langzeitgedächtnis funktioniert. Erinnern wir uns nochmal an Tante Annelieses Geburtstagstorte und die Schlüsselbegriffe. Das Langzeitgedächtnis merkt sich nicht jede Information einzeln, sonst wäre seine Kapazität schnell erschöpft. Das Langzeitgedächtnis macht Assoziationsketten. Denken Sie an die Geburtstagstorte, fallen Ihnen auch Details ein, wie z.B. der  Tischschmuck oder dass Sie unbequeme Schuhe getragen haben. Ihr Gedächtnis hat sich als Schlüssel die Gebrutstagstorte gemerkt und das löst unbewußt eine Kettenreaktion aus und schon ist die Feier wieder präsent.

Das Speichern Ihres Gedächtnisses isoliert zu prüfen ist nicht so einfach, da es sich um sehr komplexe Vorgänge handelt. Testen wir also das Assoziieren und bilden entsprechende Ketten. So kommen wir dem Speichern ein Stück näher. 

Hier können Sie den Testbogen zur Verknüpfung herunterladen
Testbogen Verknüpfung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 26.0 KB

Kategorie 3: "Abrufen"

Um das Abrufen zu überprüfen, testen wir, wie fit Ihr Langzeitgedächtnis ist.

 

Dieses wird nochmals unterteilt in das Wissensgedächtnis und das Erfahrungsgedächtnis.

Bild: Erfahrungsgedächtnis
Persönliche Erlebnisse sind im Erfahrungsgedächtnis gespeichert

Im Wissensgedächtnis befindet sich Gelerntes, also Ihr Allgemein- und Fachwissen. Das Erfahrungsgedächtnis speichert Ihre persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen, es macht letztendlich Ihre Persönlichkeit aus. Im Erfahrungsgedächtnis ist natürlich auch Tante Annelieses Geburtstagsfeier gespeichert, vorausgesetzt, sie war es wert, sich daran zu erinnern! (auch eine langweilige Feier kann im Gedächtnis bleiben!)

 

Die Fragen zum Abrufen sind also eingeteilt in allgemeine und persönliche Fragen.

Hier können Sie den Testbogen zum Abrufen herunterladen
Testbogen Abrufen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 17.9 KB

Nachdem Sie jetzt alle Fragebögen bearbeitet haben, sollte sich schon herauskristallisieren, wo Ihre Schwächen liegen. Nun gibt es viel zu tun: auf den Testbögen finden Sie entsprechende Hinweise, welche Übungen für Sie sinnvoll wären. Außerdem müssen wir schauen, was es für Möglichkeiten gibt, die Schwächen im Alltag zu kompensieren.

Achtung! Testmaterial ist kein Übungsmaterial!

Wenn Sie diesen Test abgeschlossen haben, nutzen Sie ihn bitte nicht zum Üben! Wenn Sie diesen Test immer und immer wiederholen, können Sie ihn irgendwann auswendig und das Ergebnis wird verfälscht! Zum Üben nutzen Sie bitte die kommenden Aufgaben in Teil 3. Gerne können Sie diesen Test dann in ein paar Wochen wiederholen!

Möglichkeiten im Alltag

Damit Sie im Alltag nicht unter einer eventuellen Gedächtnisschwäche leiden und möglicherweise wichtige Dinge vergessen werden, habe ich hier Ideen zur Kompensation für Sie.

Seien Sie selbstbewußt!

Bild: Positiv denken!
Trauen Sie sich und Ihrem Gedächtnis etwas zu!

 Sehen Sie die Dinge positiv! Sätze wie „das merke ich mir nie…“ sind meistens selbsterfüllende Prophezeiungen, bleiben Sie gelassen und setzen sich nicht unter Druck! Das gelingt Ihnen vielleicht besser, wenn Sie sich für wichtige Dinge Listen machen. Je weniger Sorgen Sie sich um Ihr Gedächtnis machen, desto besser können Sie sich hingegen auf das Wahrnehmen und Aufnehmen konzentrieren!

 

Schreiben Sie Listen!

Wenn es wichtige Informationen sind, die Sie auf gar keinen Fall vergessen dürfen, schreiben Sie sie sich auf. Entweder setzen Sie sich gezielt hin, und schreiben alles auf oder sie ergänzen die Liste, wann immer Ihnen ein weiterer Stichpunkt einfällt. Am besten heben Sie die Listen immer an den gleichen Stellen auf, ich befestige meine ToDo Liste gerne mit einem Magneten am Kühlschrank. Vielleicht kommen Sie auch besser mit einem kleinen Notizbuch klar oder mit einem Kalender, der auch Platz für Notizen bietet. Diesen könnten Sie ebenfalls als Geburtstagskalender nutzen. Praktisch sind auch die Wochenplaner oder sogar Familienplaner, die für jedes Familienmitglied eine eigene Spalte bereithalten, zusätzlich gibt es eine Spalte für Geburtstage.

Bild: Listen schreiben
Listen helfen, nichts zu vergessen!

Machen Sie sich Ihre Listen zum Beispiel für Fragen vor Arztbesuchen, Geburtstage, Termine, wichtige Nummern (Telefonnummern, Versicherungsnummern etc.), Termine von zu zahlenden Rechnungen, oder warum nicht auch für Angebote im Supermarkt oder das Fernsehprogramm?

 

Die Vorteile von Listen liegen klar auf der Hand: erst einmal kann man sich Dinge, die man einmal geschrieben hat, besser merken. Eine Liste hilft Ihnen, Ihren Tagesablauf zu organisieren und vor allem entlastet eine Liste Ihr Gedächtnis. Sie haben wieder Kapazität für andere Dinge und können beruhigt sein, nichts zu vergessen.

 

Übrigens: wenn Sie Informationen strukturieren, ist das Merken einfacher. Unterteilen Sie zum Beispiel Ihre Einkaufsliste mit Oberbegriffen oder Überschriften und führen die Artikel darunter auf: „Lebensmittel“ (Äpfel, Brot, Butter…), „Haushaltsartikel“ (Spülmittel, Küchentücher, Müllbeutel) „Getränke“ (Wasser, Saft, Tee, Kaffee)... So ist sogar das Kurzzeitgedächtnis in der Lage, sich mehr als 7 Dinge zu merken!

 

Gewöhnen Sie sich Abläufe an!

Bevor Sie zum Beispiel aus dem Haus gehen, gewöhnen Sie sich an, alle relevanten Orte in immer der gleichen Reihenfolge aufzusuchen und zu überprüfen. So können Sie sich sicher sein, nichts vergessen zu haben: Haben Sie den Herd oder das Bügeleisen ausgemacht? Haben Sie die Fenster oder die Terrassentür geschlossen? Haben Sie den Haustürschlüssel und das Handy eingesteckt?

Bild: Gedächtnisstütze Herd abschalten
Gewöhnen Sie sich an, vor dem Verlassen des Hauses wichtige Dinge zu überprüfen!

Wenn Sie sich diese Verrichtungen auch noch laut vorsagen, wie zum Beispiel „Der Herd ist aus“ oder „Ich stecke jetzt den Schlüssel ein“ haben Sie ihnen noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt und Sie erinnern sich besser daran, sie erledigt zu haben. Dies kann Sie unter Umständen unterwegs beruhigen.

Geben Sie Gegenständen feste Plätze

Der Schlüssel hängt immer am Schlüsselbrett, die Brille liegt auf dem Nachtschrank… wenn Sie den Gegenständen feste Plätze einräumen, ist die Gefahr des Verlegens geringer.

Bild: Pillendöschen
Pillendöschen helfen beim Organisieren der Medikamenteneinnahme!

Das gilt insbesondere auch für Ihre Medikamente! Am besten kaufen Sie sich ein Pillendöschen in der Apotheke. Diese gibt es mit Aufschriften, von „morgens-mittags-abends“ bis hin zu Tageszeiten für jeden einzelnen Wochentag. Wenn Sie sich Ihre Medikamente zum Beispiel morgens für den Tag oder sogar nur einmal für die ganze Woche bereitlegen (oder jemanden darum bitten), ist die Gefahr geringer, diese zu vergessen. Außerdem können Sie bei beschrifteten Pillendöschen gut überprüfen, ob Sie die Tabletten bereits genommen haben. Extra-Tipp: Pillendöschen gibt es sogar mit einer Alarmfunktion, die Sie an das Einnehmen erinnert!

Namen merken mit Assoziationen

Das Namensgedächtnis ist so eine Sache…das Merken von Namen ist schwierig, weil die Umstände es oft nicht zulassen, den Namen entsprechend aufzunehmen. Wenn Ihnen jemand seinen Namen nennt, stellt man sich ebenfalls vor und schon geht man zu einem anderen Thema über. In der Kürze der Situation ist die Konzentration auf den Namen oft nicht gegeben. Das Aufnehmen ist also erschwert. Da das Gespräch nun weiter geht, wird die Information schnell von etwas anderem überlagert.

Bild: Namensgedächtnis
Die Kennenlernsituation ist so kurz, sie bietet kaum Möglichkeiten zum konzentrierten Merken des Namens.

Darum versuchen Sie mal Folgendes: wenn sich eine Person vorstellt, konzentrieren Sie sich darauf, den Namen bewusst zu hören und aufzunehmen. Gehen Sie sicher, dass Sie den Namen richtig verstanden haben und fragen im Zweifelsfall nochmal nach. Am besten sprechen Sie diese Person im folgenden Gespräch dann auch öfter mit dem Namen an, denn Wiederholung führt ja zu der Übernahme der Information ins Langzeitgedächtnis. Vielleicht buchstabieren Sie sich den Namen im Kopf, oder Sie bitten die Person, ihren Namen zu buchstabieren.

 

Stellen Sie sich den Namen bildlich vor! Bei Herrn Müller oder Frau Bäcker ist das einfach, bei anderen Namen benötigt man etwas Phantasie. Je absurder und witziger Ihre Vorstellung ist, desto besser können Sie sich den Namen merken.

Bild: Eselsbrücke Namensgedächtnis
Eine absurde Eselsbrücke zu meinem Namen Scholz - aber Sie werden den Namen bestimmt nicht mehr vergessen!

Mein Name ist zum Beispiel Scholz, stellen Sie sich vor: Das SCH hackt Holz! (Auf die Schreibweise nehmen wir hier keine Rücksicht). Oder Sie versuchen, Charakteristika der Person zu finden, die zum Namen passen könnten. Frau Plesse hat vielleicht helle Haut, eine vornehme Blässe, oder stellen Sie sich vor, wie der blonde Herr Braun mit einem Päckchen braunem Haarfärbemittel aus der Drogerie kommt…lange Namen nehmen Sie auseinander, z.B. denken Sie bei Herrn Hagelgans an eine Gans die im Hagel steht.

 


Die Eselsbrücke muss in dem Fall weder charmant noch sinnvoll sein, Hauptsache ist, sie hilft Ihnen beim Merken des Namens!

 

Bild: Zahlen merken, Gedächtnistraining
Einfach Zahlen merken

Übrigens: Das Merken von Zahlen funktioniert ebenso einfach! Versuchen Sie, sich lange Zahlenreihen zu strukturieren, aus der Telefonnummer 249846 wird 24 98 46, oder machen Sie einen Reim draus (753 –Rom schlüpft aus dem Ei!), vielleicht können Sie sich die PIN Nummer Ihrer EC Karte besser merken, wenn Sie sie sich beim Eintippen auf einer Telefontastatur vorstellen, oder Sie finden einfache Verbindungen, wie Daten, Uhrzeiten, Jahreszahlen…

 

Machen Sie gezielte Übungen in Teil 3 zum Thema Gedächtnistraining!

Wie merken Sie sich am besten Namen und Zahlen? Schreiben Sie Ihre Tipps gerne über die Kommentarfunktion!

Bitte nutzen Sie die Testbögen niemals zum Üben!

Lesen Sie hier Teil 1 zum Thema Gedächtnistraining: wie das Gedächtnis funktioniert

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